Rezension zu „Unsagbare Dinge“ von Laurie Penny

In einer Laudatio zu Christoph Spehrs „Gleicher als Andere“ bemerkte Frigga Haug, der Text sei eine Arbeit, „bei deren Lektüre sich schon nach wenigen Sätzen ein Gefühl gelöster Heiterkeit einstellte. Dies nicht, weil der Text voller Scherze steckte, sondern weil er für mich einen Raum eröffnete, in dem sich gut leben, denken, atmen ließ, und in den ich ohne Mühe immer wieder zurückkehrte.“ Allerdigs, so fuhr sie fort, habe sich auch bald „ein Gefühl von Trauer“ eingestellt. Der Eindruck lies sich nicht hinfortwischen, dass „ein so leichthin mit dem Florett gefochtener Umgang“ mit verschiedenen Geistesgrößen, theoretischen Strömungen und politischen Ansprüchen, „wie er beiläufig eingeflochten wird […] trotz der anfänglichen pädagogischen Erzählung durchaus auch etwas selbstbewusst Arrogantes hat und in dieser Weise nach meiner Erfahrung nur von einem Manne geschrieben sein konnte, während ich es auch als meine Aufgabe betrachte, besonders sorgfältig die Beiträge der Frauen zu begutachten, ihnen zur Anerkennung zu verhelfen. (Frigga Haug: Eine Laudatio für Christoph Spehr)

An diese Passage musste ich denken, als ich zum ersten Mal in „Unsagbare Dinge“ von Laurie Penny blätterte. Denn ich musste beim Lesen an dieses „Gefühl gelöster Heiterkeit denken“, von dem Haug sprach. Es war fast wie damals, als ich das Vergnügen hatte, „Gleicher als Andere“ zu lesen: „wie wenn man endlich auf dem Berg angekommen ist und freie Luft zum Atmen gewonnen hat, dies obwohl man in vielen Punkten eine andere Auffassung haben kann und wird“ (Frigga Haug). Nur das es hier eine Frau war, die diese Dinge tat.

Darum habe ich eine Rezension zu dem Buch geschrieben und die Streifzüge haben Sie abgedruckt. Hier kann sie nachgelesen werden.

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